Tierärztinnen, Tierärzte und Fachportale schlagen seit einiger Zeit unisono Alarm: Durch mildere Winter und wärmere Übergangsjahreszeiten verlängert sich die Zeckensaison in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend bis weit in den Herbst hinein. Was für Hundehalterinnen und -halter eine lästige Dauerbelastung ist, sollte für Hundesalons ein Anlass sein, das eigene Serviceangebot und die Beratung rund um Zecken zu überdenken.
Warum die Zeckensaison für Groomer kein Randthema ist
Beim Waschen, Bürsten und Trimmen kommen Groomerinnen und Groomer dem Fell eines Hundes näher als fast jede andere Berufsgruppe außer der Tierarztpraxis. Genau deshalb sind Hundesalons oft die ersten, die eine festsitzende Zecke, eine entzündete Einstichstelle oder ungewöhnlich viele Zeckenbefunde bei einem einzelnen Tier bemerken. Da Zecken laut aktuellen Berichten inzwischen nicht mehr nur im Frühjahr und Sommer, sondern auch bis in den späten Herbst aktiv bleiben, verlängert sich auch das Zeitfenster, in dem dieser "Nebenbefund" im Salon auftauchen kann.
Der Zeckencheck als kleiner, aber wirkungsvoller Zusatzservice
Viele Salons prüfen das Fell ohnehin gründlich beim Waschen und Kämmen – die Kommunikation dieses Schritts als eigenständige Leistung wird jedoch häufig vernachlässigt. Ein aktiv beworbener "Zeckencheck inklusive" kann:
- die wahrgenommene Sorgfalt und den Wert eines Pflegetermins erhöhen,
- Kundinnen und Kunden für das Thema Zeckenschutz sensibilisieren, ohne selbst tierärztliche Beratung zu leisten,
- als Gesprächseinstieg dienen, um auf Partner-Tierarztpraxen oder empfohlene Schutzprodukte zu verweisen.
Wichtig ist dabei die klare Abgrenzung: Der Salon kann Auffälligkeiten dokumentieren und der Kundschaft mitteilen, die eigentliche Diagnose und Behandlung bleibt Sache der Tierarztpraxis.
Produktwissen als Vertrauensvorteil
Da die Zeckensaison sich verlängert, wächst auch die Nachfrage nach Informationen zu Zeckenschutzmitteln, Bürsten für die Fellkontrolle und schonenden Entfernungswerkzeugen. Hundesalons, die im Empfangsbereich oder im Gespräch fundiert über gängige Optionen informieren können – etwa den Unterschied zwischen Halsbändern, Spot-on-Präparaten und oralen Präparaten in groben Zügen –, positionieren sich als kompetente Anlaufstelle. Wer zusätzlich hochwertige Zeckenzangen oder -karten im Empfangsbereich verkauft, schafft einen kleinen, aber sinnvollen Zusatzumsatz.
Hygiene- und Arbeitsschutz im Salon anpassen
Mit einer längeren Zeckensaison verlängert sich auch die Zeit, in der Mitarbeitende selbst einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, etwa beim Vorbereiten des Fells vor dem Waschen. Sinnvolle Maßnahmen sind:
- Regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Bürsten, Kämmen und Arbeitsflächen, da Zecken auch nach dem Ablösen vom Tier kurzzeitig aktiv bleiben können.
- Geschlossene, helle Arbeitskleidung, auf der Zecken leichter zu erkennen sind.
- Ein kurzer interner Leitfaden, wie mit gefundenen Zecken umzugehen ist – Entfernen nur mit geeignetem Werkzeug, keine improvisierten Methoden.
Terminplanung und Saisonalität mitdenken
Eine verlängerte Zeckensaison bedeutet auch, dass sich das klassische "Sommerloch" in der Terminnachfrage möglicherweise verschiebt: Kundinnen und Kunden, die im Wald oder auf Wiesen unterwegs waren, buchen unter Umständen auch im Spätherbst noch aus Sorge um Zeckenbefall zusätzliche Pflegetermine. Wer diese saisonale Nachfrage frühzeitig über Erinnerungsnachrichten oder Newsletter aufgreift – etwa mit einem Hinweis auf einen "Herbst-Fellcheck" –, kann Auslastungslücken gezielt füllen. Ein CRM-System wie Mimos hilft dabei, solche saisonalen Kampagnen einfach an die passenden Kundensegmente auszuspielen.
Fazit
Die Diskussion um eine immer länger andauernde Zeckensaison ist kein reines Wetterthema, sondern hat direkte praktische Konsequenzen für den Salonalltag: von der Fellkontrolle über den Arbeitsschutz bis hin zur Terminplanung. Salons, die dieses Wissen aktiv in ihre Beratung und Kommunikation einbauen, schaffen echten Mehrwert für ihre Kundschaft und heben sich von reinen "Waschen-und-Schneiden"-Anbietern ab.