Der aktuelle Rudelreport, eine regelmäßig erscheinende Marktforschungsstudie zu Hundehaltung in Deutschland, widmet sich in seiner neuesten Ausgabe gezielt den Themen Hundegesundheit, Fütterung und Nahrungsergänzung. Für Hundesalons mag eine Studie zum Fütterungsverhalten auf den ersten Blick wenig mit dem eigenen Kerngeschäft zu tun haben – bei genauerem Hinsehen liefert sie jedoch wertvolle Anhaltspunkte dafür, worüber Kundinnen und Kunden aktuell nachdenken, wenn es um das Wohlbefinden ihres Hundes geht.
Warum Fütterung auch ein Thema für Groomer ist
Kaum ein Bereich der Hundegesundheit ist so eng mit dem sichtbaren Erscheinungsbild verknüpft wie die Ernährung. Glanz, Struktur und Zustand des Fells, aber auch Hautprobleme, Juckreiz oder vermehrter Haarausfall hängen häufig mit der Fütterung zusammen. Genau diese Themen begegnen Hundefriseurinnen und -friseuren im Alltag ständig – sei es beim Bürsten, beim Baden oder wenn Kundinnen und Kunden nach Tipps gegen stumpfes Fell fragen. Studien wie der Rudelreport zeigen, dass sich viele Halterinnen und Halter aktiv mit Nahrungsergänzungsmitteln und alternativen Proteinquellen beschäftigen – ein Trend, den Salons in ihrer Beratung aufgreifen können, ohne selbst tierärztliche oder ernährungsfachliche Beratung zu ersetzen.
Emotionale Kaufmotive verstehen
Ein zentraler Aspekt solcher Marktstudien ist, dass Kaufentscheidungen rund um Hundeernährung selten rein rational getroffen werden. Schuldgefühle, der Wunsch nach dem "Besten" für das eigene Tier und die Sorge vor gesundheitlichen Problemen spielen eine große Rolle. Diese emotionale Komponente lässt sich eins zu eins auf die Hundepflege übertragen: Auch der Besuch im Hundesalon ist für viele Kundinnen und Kunden Ausdruck von Fürsorge, nicht nur ein funktionaler Termin. Wer diese Parallele erkennt, kann seine Kommunikation entsprechend ausrichten – etwa indem er nicht nur "saubere Optik", sondern spürbares Wohlbefinden des Tieres in den Mittelpunkt der eigenen Leistungen stellt.
Ansatzpunkte für die Beratung im Salon
Ohne in medizinische oder ernährungsfachliche Beratung abzurutschen, können Salons das gestiegene Interesse an Fütterung und Nahrungsergänzung auf mehreren Ebenen nutzen:
- Fellzustand als Gesprächsanlass: Auffälligkeiten wie trockenes Fell oder schuppige Haut können sachlich angesprochen und – wo sinnvoll – ein Hinweis auf Rücksprache mit der Tierarztpraxis oder Ernährungsberatung gegeben werden.
- Kooperationen mit lokalen Tierärztinnen, Tierärzten oder Futterfachgeschäften: Eine Empfehlung in beide Richtungen stärkt das Vertrauen der Kundschaft und schafft Mehrwert, ohne dass der Salon selbst Produkte verkaufen oder Diagnosen stellen muss.
- Informationsmaterial im Wartebereich: Kurze, seriöse Hinweise zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Fellgesundheit positionieren den Salon als kompetente Anlaufstelle für das große Ganze rund um den Hund.
Chancen für das eigene Angebot
Der wachsende Markt für Nahrungsergänzungsmittel und funktionale Snacks zeigt, dass Hundehalterinnen und -halter bereit sind, in das Wohlbefinden ihres Tieres zu investieren – eine Zahlungsbereitschaft, die sich auch auf Zusatzleistungen im Salon übertragen lässt, etwa intensive Fellpflege-Behandlungen, spezielle Shampoos für empfindliche Haut oder verlängerte Pflegetermine mit Fokus auf Haut- und Fellzustand. Wer sein Leistungsangebot entsprechend erweitert und klar kommuniziert, kann von diesem Trend profitieren, ohne in Konkurrenz zu Tierarztpraxen oder Futterherstellern zu treten.
Kundendaten sinnvoll nutzen
Gerade wiederkehrende Beobachtungen zum Fellzustand lohnt es sich, systematisch festzuhalten: Wann wurde ein trockenes Fell zuletzt angesprochen, welche Empfehlung wurde gegeben, hat sich der Zustand beim nächsten Termin verändert? Eine strukturierte Dokumentation in einem CRM wie Mimos ermöglicht es, solche Verläufe über mehrere Termine hinweg nachzuvollziehen und die Beratung beim nächsten Besuch gezielt fortzusetzen – ein kleiner, aber spürbarer Unterschied für die Kundenbindung.
Fazit
Studien wie der aktuelle Rudelreport zeigen, dass sich Hundehalterinnen und Halter zunehmend intensiv mit Fütterung, Nahrungsergänzung und dem Zusammenhang zur Fellgesundheit beschäftigen. Für Hundesalons liegt darin die Chance, die eigene Beratung sichtbar aufzuwerten, ohne die fachlichen Grenzen zur Tiermedizin zu überschreiten – und damit langfristig als kompetenter Partner rund um das Wohlbefinden des Hundes wahrgenommen zu werden.