Der deutsche Heimtiermarkt 2025 im Überblick
Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) haben ihre aktuellen Marktzahlen für 2025 veröffentlicht – und sie zeichnen ein differenziertes Bild der Branche. Der Gesamtumsatz der deutschen Heimtierbranche liegt trotz wirtschaftlich angespannter Rahmenbedingungen bei knapp 7 Milliarden Euro. Der stationäre Fach- und Lebensmitteleinzelhandel erzielte gut 5,3 Milliarden Euro (minus 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr), der Online-Handel kam auf gut 1,5 Milliarden Euro (plus 0,6 Prozent). Hinzu kommen 134 Millionen Euro für Wildvogelfutter. In 43 Prozent aller deutschen Haushalte lebt mittlerweile mindestens ein Heimtier – insgesamt wurden 2025 rund 33,4 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel gezählt.
Für Hundesalons, Katzenpflegestudios und alle, die im Bereich Tierpflege unternehmerisch tätig sind, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Details – denn nicht jedes Segment entwickelt sich gleich.
Futter wächst, Zubehör schwächelt
Besonders auffällig: Während der Umsatz mit Heimtier-Fertignahrung mit rund 4,3 Milliarden Euro nahezu stabil blieb (plus 0,3 Prozent), ist das Segment Bedarfsartikel und Zubehör spürbar zurückgegangen – um 4,6 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Tierhalterinnen und Tierhalter geben also weiterhin zuverlässig Geld für Futter aus, sparen aber offenbar eher bei Spielzeug, Pflegeprodukten zum Selbstkauf und Zubehör.
Für Hundesalons ist das eine wichtige Botschaft: Wer sein Geschäftsmodell stark auf den Verkauf von Pflegeprodukten und Accessoires im Laden stützt, dürfte hier Gegenwind spüren. Dienstleistungen rund um die professionelle Fellpflege hingegen zählen für viele Halterinnen und Halter offenbar nach wie vor zu den Ausgaben, an denen nicht als Erstes gespart wird – schließlich geht es hier oft auch um Gesundheit, Hygiene und das Wohlbefinden des Tieres, nicht nur um Kosmetik.
Was das für Hundesalons konkret bedeutet
Die Zahlen liefern drei klare Ansatzpunkte für Betriebe in der Tierpflege:
1. Dienstleistung statt Produktverkauf priorisieren. Wenn Kundinnen und Kunden beim Zubehörkauf zurückhaltender werden, sollten Salons ihren Fokus stärker auf die eigentliche Dienstleistung legen: hochwertige, gut kommunizierte Fellpflege-Pakete, Zusatzleistungen wie Krallenpflege, Ohrenreinigung oder Fellanalyse können den Umsatz stabil halten, auch wenn der Einzelhandel mit Zubehör schwächelt.
2. Bindung statt Einzelkauf. Da Hundehaltung in 43 Prozent der Haushalte fest verankert ist und die Tierzahl insgesamt hoch bleibt, lohnt sich Kundenbindung mehr denn je. Abo-Modelle, Termin-Erinnerungen und ein strukturiertes Terminmanagement sorgen dafür, dass Stammkundschaft regelmäßig wiederkommt, statt einmalig ein Produkt zu kaufen und dann abzuwandern.
3. Premium-Positionierung überdenken. Wer im Verkauf von Zubehör tätig ist, sollte prüfen, ob sich das Sortiment stärker auf Produkte konzentrieren lässt, die direkt mit der Dienstleistung verzahnt sind – etwa Pflegeprodukte, die im Salon empfohlen und getestet wurden. Das schafft Vertrauen und rechtfertigt auch bei zurückhaltenderen Käuferinnen und Käufern einen höheren Warenkorbwert.
Stabile Nachfrage als Chance
Positiv für die Branche: Trotz der wirtschaftlich herausfordernden Lage bleibt die Tierhaltung in Deutschland auf konstant hohem Niveau. Das bedeutet für Hundesalons und Tierpflegebetriebe grundsätzlich eine verlässliche Nachfragebasis. Wer seine Terminauslastung im Blick behält, Stammkunden aktiv anspricht und die eigene Dienstleistung klar von reinem Produktverkauf abgrenzt, kann von dieser Stabilität profitieren – unabhängig davon, wie sich der Zubehörmarkt weiterentwickelt.
Auch wenn die aktuellen Zahlen aus Deutschland stammen, lassen sich die Trends mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Österreich und die Schweiz übertragen: In allen drei Ländern gilt Heimtierhaltung als stabiler, konjunkturunabhängiger Markt, während beim Zubehörkauf zunehmend genauer hingeschaut wird. Salonbetreiberinnen und -betreiber in der gesamten DACH-Region tun daher gut daran, ihre Preisstrategie und ihr Zusatzangebot regelmäßig zu überprüfen.
Fazit für Salonbetreiberinnen und -betreiber
Die Marktzahlen 2025 zeigen: Es lohnt sich, den Blick weg vom reinen Produktverkauf und hin zur Qualität und Verlässlichkeit der eigenen Dienstleistung zu lenken. Eine gut organisierte Terminplanung, transparente Kommunikation mit der Kundschaft und ein Angebot, das auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Tiere zugeschnitten ist, sind angesichts der aktuellen Marktentwicklung wichtiger denn je. Digitale Werkzeuge, die Terminverwaltung, Kundenhistorie und Erinnerungen bündeln, helfen dabei, aus stabiler Nachfrage auch tatsächlich wiederkehrende Buchungen zu machen.