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Haustier-Studie 2026: Halter verzichten eher auf die Reise als auf die Behandlung

86 Prozent stellen die eigenen Bedürfnisse nicht über die ihres Tieres, neun von zehn würden für eine teure Behandlung eine geplante Reise absagen — und die Verzichtsbereitschaft ist gegenüber 2024 nochmals gestiegen. Für Hundesalons ist das eine Preisaussage.

Die Zahlen

Die Uelzener Versicherungen haben für ihre Haustier-Studie 2026 mehr als 1.000 Hunde- und Katzenhalterinnen und -halter in Deutschland befragt. Drei Ergebnisse stechen heraus:

  • 86 Prozent stellen die eigenen Bedürfnisse nicht über die ihres Tieres.
  • Neun von zehn Befragten wären bereit, für eine teure Behandlung ihres Tieres eine geplante Reise abzusagen.
  • Diese Verzichtsbereitschaft ist gegenüber der Vorgängerstudie von 2024 noch einmal gewachsen.

Dazu kommt der Wohlbefindensteil: 98 Prozent sagen, Haustiere machen glücklicher, 94 Prozent sind überzeugt, dass die Tiere ihrer Gesundheit guttun. Mehr als neun von zehn schreiben ihrem Tier einen positiven Einfluss auf seelisches und körperliches Wohlbefinden zu.

Das klingt nach einer netten Emotionsstudie. Es ist eine Marktaussage.

Was das über Zahlungsbereitschaft sagt

Wenn ein Haushalt bereit ist, eine bezahlte Reise zu stornieren, um eine Tierbehandlung zu finanzieren, dann ist die Ausgabe für das Tier in der mentalen Buchhaltung dieses Haushalts kein Freizeitposten. Sie steht bei den Fixkosten.

Genau das ist der Punkt, an dem viele Hundesalons Geld liegen lassen. Fellpflege wird häufig kommuniziert wie ein Verwöhnprodukt — Wohlfühlbad, Styling, Duft — und damit sortiert man sich freiwillig in die Kategorie ein, die als erstes gestrichen wird, wenn es eng wird. Dieselbe Leistung, als Hautgesundheit, Verfilzungsprophylaxe und Früherkennung beschrieben, landet in der Kategorie, für die Menschen ihren Urlaub absagen.

Es geht nicht um Übertreibung. Es geht um Genauigkeit. Ein regelmäßig entwollter, verfilzungsfreier Hund hat weniger Hautprobleme, weniger Schmerzen beim Bewegen und wird häufiger auf Knoten, Ohrentzündungen und Parasiten untersucht als einer, der zweimal im Jahr kommt. Das ist keine Marketingbehauptung, das ist die Leistung.

Vier Konsequenzen für den Salon

Sprechen Sie über Gesundheit, nicht über Optik. Eine kurze schriftliche Rückmeldung nach jedem Termin — Hautzustand, wo Verfilzungen saßen, Ohren, Krallen, Auffälligkeiten für die Tierarztpraxis — kostet drei Minuten und verändert die Kategorie, in der Ihre Leistung abgelegt wird. Unterlagen hebt man auf. Frisurtermine sagt man ab.

Nennen Sie das Intervall mit Begründung. "Alle sechs Wochen, weil bei diesem Felltyp in Woche acht die Verfilzung die Haut erreicht" ist eine fachliche Aussage. "Melden Sie sich, wenn Sie mögen" ist eine Einladung, auf zwölf Wochen zu strecken und dann ganz wegzubleiben.

Trauen Sie sich beim Preis. Die Studie sagt sehr deutlich, dass die Zahlungsbereitschaft für das Wohl des Tieres hoch ist und steigt. Wer trotzdem nicht erhöht, spart nicht dem Kunden Geld, sondern nimmt es aus der eigenen Substanz. Wichtig ist, jede Erhöhung mit etwas Sichtbarem zu koppeln: leiserer Föhn, längeres Zeitfenster, Einzelbetreuung, schriftlicher Befund.

Nutzen Sie den Unterschied zwischen Hund und Katze. Bei Zuwendung und Nähe liegen Hunde- und Katzenhalter mit 70 Prozent und mehr gleichauf, beim Thema Aktivität liegen Hundehalter mit 68 zu 44 Prozent klar vorn. Katzenhalter binden sich also ähnlich stark, nutzen aber deutlich weniger Dienstleistungen. Katzenpflege ist in Deutschland ein unterversorgtes Segment mit einer nachweislich hoch gebundenen Zielgruppe.

Die ehrliche Einschränkung

Eine Umfrage misst Absichten, keine Kontoauszüge. Menschen geben in Befragungen zuverlässig an, dass sie für ihr Tier alles tun würden, und stehen dann an der Kasse doch anders da. Und die Studie stammt von einem Tierversicherer, dessen Geschäftsmodell von genau dieser Bereitschaft lebt.

Die Richtung bleibt trotzdem belastbar, weil sie sich mit dem deckt, was die Marktzahlen zeigen: Die Ausgaben pro Tier steigen, das Segment Dienstleistung wächst schneller als das Segment Produkt, und der Anteil der Halter, die Premium wählen, nimmt zu.

Fazit

Deutsche Tierhalterinnen und Tierhalter sind bereit, für ihr Tier auf anderes zu verzichten. Das ist keine Einladung, beliebig teuer zu werden — es ist eine Einladung, die eigene Leistung dort einzusortieren, wo sie fachlich ohnehin hingehört. Wer Fellpflege als Vorsorge beschreibt, dokumentiert und in einem begründeten Intervall verkauft, verkauft in die Kategorie hinein, die zuletzt gestrichen wird.

Quellen